Die Rauhnächte in Berchtesgaden – Mythos & Brauchtum kurz erklärt
Die Rauhnächte in Berchtesgaden: Entdecke Tradition, Rituale und regionale Besonderheiten rund ums Räuchern, Beten und den Berchtesgadener Advent.
- Rauhnächte: Ursprung und Bedeutung in Berchtesgaden
- So wurden die Rauhnächte früher gefeiert
- Rauhnächte heute: Gelebte Tradition in Berchtesgaden
- Weihrauch, Zubehör & Adventsstände: Einkaufstipps für die Rauhnächte
Rauhnächte in Berchtesgaden: Brauchtum zwischen Mystik und Alltag
Die Rauhnächte sind fester Bestandteil der Berchtesgadener Tradition. Besonders das Räuchern und Beten prägt diese Zeit am Übergang vom alten zum neuen Jahr. Drei Nächte sind es, die in Berchtesgaden im Mittelpunkt stehen: Heiligabend, Silvesternacht und die Nacht zum Dreikönigstag. Diese mystischen Nächte sollen das Haus, die Ställe und die Felder vor bösen Einflüssen schützen – ein Brauch, der bis heute Bestand hat.. Mit regionalen Besonderheiten, alten Ritualen und dem Duft von Weihrauch ist der Winter in Berchtesgaden mehr als nur festlich – er lebt die Geschichte.
So wurden die Rauhnächte früher gefeiert
Früher war der Heilige Abend ein Tag voller Vorbereitungen: In den Stuben stand ein spezielles Räuchertischchen, bedeckt vom „Rauhtiache“ – einem nur im Berchtesgadener Land bekannten bestickten Tuch mit dem Motiv IHS. Weihwasser, Rauchwecken (gewürztes Brotgebäck), Mettenkerze, Weihrauch und Speik gehörten dazu. Während Mägde für den Stall sorgten und die Bäuerin Rohrnudeln zubereitete, wurde gemeinsam gegessen. Danach beteten die Frauen den Rosenkranz, während die Männer mit einer Räucherpfanne durch Haus, Stall und Feld zogen, um alles mit Weihrauch und Gebeten zu segnen. Auch Bienenstöcke und Obstbäume wurden so behandelt, um Gesundheit und Glück zu sichern. Nikolaus besuchte die Familien, brachte Äpfel, Nüsse und Holzspielzeug. Christmette und das traditionelle „Mettenessen“ mit Suppe rundeten die festlichen Bräuche ab.

Rauhnächte heute: Gelebte Tradition in Berchtesgaden
Während vieler dieser Rituale heute nur noch vereinzelt umfassend gelebt werden, sind einige Bestandteile immer noch fester Teil im Leben. Besonders in Maria Gern kommt der Nikolaus weiterhin am Heiligen Abend. Das gemeinsame Ausräuchern von Haus, Stall und Hof, begleitet von Rosenkranzgebeten und Weihwasser, wird im gesamten Tal von vielen Menschen zur Gesundheit von Mensch und Tier gepflegt. Neben Heiligabend ist auch die Silvesternacht eine Rauhnacht, in der zwei Rosenkränze gebetet, die Mettenkerze angezündet und das Haus erneut ausgeräuchert wird. Die dritte Rauhnacht findet in der Dreikönigsnacht statt: Hier bleibt es beim Räuchern und einem Rosenkranzgebet.
Weihrauch, Zubehör & Adventsstände: Einkaufstipps für die Rauhnächte
Alles, was du für das Räuchern in den Rauhnächten brauchst, findest du beim Berchtesgadener Advent. Auf dem Christkindlmarkt gibt es an mehreren Ständen Weihrauch in unterschiedlichen Sorten, Mettenkerzen, Räucherpulver und alles Zubehör – vom Weihrauchstandl am Schlossplatz über das Krippenstandl mit Figuren und Zubehör bis zum Seifenkistei am Marktplatz. Die große Auswahl ermöglicht es jeder und jedem, die Tradition der Rauhnächte authentisch zu erleben oder auch als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.

Redaktionsfazit
Die Rauhnächte in Berchtesgaden bieten einen spannenden Einblick in lebendiges Brauchtum der Alpenregion. Zwischen festem Glaube, sorgsamen Ritualen und dem Duft nach Weihrauch zeigt sich echte Heimatverbundenheit. Wer Weihnachten und den Jahreswechsel hier erlebt, spürt: Diese Traditionen verbinden Geschichte und Gegenwart – und machen deinen Bayernurlaub zu etwas ganz Besonderem.
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