Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim: Alte Sorten erleben

Erleben Sie im Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim alte Getreide- und Kulturpflanzen hautnah. Entdecken, lernen, probieren: Das Ausflugsziel für Natur- und Nachhaltigkeitsfreunde!

26. Februar 2026 4 Minuten

Biosphären-Getreidegarten: Geschichte und Bedeutung

Erhalten, verstehen, erleben: Die Renaissance alter Kulturpflanzen

TL;DR: Im Biosphären-Getreidegarten werden alte regionale Getreidesorten bewahrt, angebaut und der Öffentlichkeit gezeigt. Das Projekt stärkt Biodiversität und bietet naturnahes Erlebnis direkt am Radweg in Saaldorf-Surheim.

Das Berchtesgadener Land ist bekannt für seine spektakuläre Naturlandschaft – und seine landwirtschaftlichen Schätze. Im Herbst 2018 begann hier eine besondere Reise: In Saaldorf-Surheim entstand der erste Biosphären-Getreidegarten Südostbayerns. In Kooperation mit lokalen Bio-Betrieben und unterstützt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wurde eine Fläche geschaffen, die einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leistet.

Der Garten ist ein Pionierprojekt. Er zeigt, wie Wissenschaft, praktische Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Besucher:innen erleben, wie historische Sorten, einst fast vergessen, eine neue Heimat finden und zur Keimzelle moderner Regionalprodukte werden. Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft und Kulturgeschichte verschmelzen hier zu einem erlebbaren Wissensraum.

Vielfalt alter Getreidesorten

Schätze der Vielfalt: Von Berchtesgadener Vogel bis Wildeinkorn

Zwölf Wintergetreide- und vier Sommergetreidesorten stehen in Saaldorf-Surheim im Mittelpunkt. Darunter der legendäre Berchtesgadener Vogel, Steiners Roter Tiroler und Alpine Begrannte. Auch Wildeinkorn, ein Urgetreide, wächst hier wieder. Bayerischer Mais und typische Ackerwildkräuter bereichern die Anbaufläche.

Diese Sorten galten als nahezu verschwunden. Ihr Saatgut lagert seit Jahren in Genbanken. Das Projekt „Erhaltung bayerischer, landwirtschaftlicher pflanzengenetischer Ressourcen“ ermöglichte die Rückkehr: Durch gezielte Zwischenvermehrung stand erstmals genügend Saatgut bereit, um den Getreidegarten großflächig zu bepflanzen.

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Wurzeln der Sortenvielfalt

Die heutige Sortenvielfalt ist Ergebnis jahrhundertelanger regionaler Züchtung und Anpassung. „Alte“ Sorten sind robuster gegenüber wechselnden Wetterbedingungen. Sie erhalten die genetische Breite, die für die Zukunft der Landwirtschaft essenziell ist.

Mit dem praktischen Wiederanbau im Biosphären-Getreidegarten werden Samen und Wissen gesichert. Steckbriefe zu jeder Sorte geben vor Ort einen facettenreichen Einblick in Herkunft, Besonderheiten und Verwendung.

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Zu weiteren Themen

Leselogik und Didaktik vor Ort

Die Präsentation vor Ort folgt einer klaren Struktur: Übersichtlich spezialisierte Infotafeln, anschauliche Steckbriefe und didaktisch aufbereitete Beschilderung ermöglichen auch Laien einen Zugang zum Thema Pflanzengenetik und Sortenvielfalt.

Der direkte Bezug zur Region wird durch anschauliche Beispiele und konkrete Verarbeitungsprodukte verstärkt. Führungen, Workshops und ein Rundweg machen den Besuch zu einem Erlebnis für alle Altersgruppen.

Initiative zum Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen

Schatzbewahrer-Initiativen: Regionales Engagement für Biodiversität

Mit dem Getreidegarten ist Saaldorf-Surheim Teil einer bayernweiten Bewegung. Schatzbewahrer-Initiativen sorgen dafür, dass Biodiversität sicht- und schmeckbar bleibt. Die Region trägt Verantwortung – und setzt Maßstäbe für andere Kommunen.

Ziel ist, eine dauerhafte Saatgut-Quelle für die Region zu etablieren. Landwirtinnen und Landwirte werden eingeladen, mitzumachen. Das Biosphären-Saatgut soll Felder und Produkte bereichern – mit dem Prädikat „historisch und regional“.

Hinweis zur aktuellen Entwicklung:

Beteiligte Landwirte und Verarbeiter werden fortlaufend gesucht. Die Attraktivität regionaler Sorten steigt, auch als Antwort auf Klimawandel und Konsumwandel.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Genetische Diversität in Kulturpflanzen gilt laut Stiftung Warentest und zahlreichen Simulationen aus der Pflanzenforschung als Schlüsselfaktor für nachhaltige Ernährung. Vielfalt im Anbau garantiert Widerstandsfähigkeit und Qualität. Für Verbraucher:innen eröffnet sie neue Geschmackswelten und Alternativen zu Massenprodukten.

Strukturierter Austausch

Die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Landwirtschaft und Verbrauchern ist zentrales Element des Projekts. Regelmäßige Treffen, Informationsaustausch und Kooperationen – darunter Workshops im Getreidegarten – sichern Wissenstransfer und langfristigen Erfolg.

Erlebnis vor Ort: Tipps für Besuchende

So besuchen Sie den Biosphären-Getreidegarten

Der Garten liegt direkt am beliebten Radweg gegenüber dem Bauhof der Gemeinde Saaldorf-Surheim (83416 Saaldorf Surheim). Die Anreise ist mit dem Rad besonders empfehlenswert. Parkmöglichkeiten gibt es am Bauhof. Der Zugang ist barrierefrei und der Eintritt stets kostenlos.

Vor Ort finden sich ausführliche Steckbriefe zu allen angebauten Sorten. Besucher:innen können den Garten bei einem Spaziergang oder einer Rast auf der Radtour entdecken. Gruppenführungen werden saisonal angeboten. Handouts, Infomaterial und saisonale Workshops runden das Angebot ab.

Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim: Alte Sorten erleben
Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim: Alte Sorten erleben

Fazit, Ausblick und Entwicklunge

Der Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim ist ein einzigartiges Bildungs-, Genuss- und Freizeitangebot. Er zeigt, dass Naturschutz, Biodiversität und Genuss im Alltag erfahrbar werden können – und dass Regionalität kein Trend, sondern Zukunft ist.

Checkliste für die Praxis

  • Anreise mit dem Rad oder Auto zum Bauhof empfehlenswert
  • Feste Schuhe & wetterfeste Kleidung mitnehmen
  • Infotafeln und Steckbriefe vor Ort unbedingt nutzen
  • Auf saisonale Führungsangebote achten

Weitere Infos & Planungstipps

Das Besucherzentrum der Biosphärenregion Berchtesgadener Land bietet weiteres Informationsmaterial und gibt aktuelle Hinweise zu Veranstaltungsterminen. Kontakt: info@brbgl.de, Tel. +49 8654 30946-10, www.biosphaerenregion-bgl.de

Interessiert an weiteren nachhaltigen Ausflugszielen oder möchten Sie selbst aktiv werden? Das Team der Biosphärenregion gibt gerne Tipps und Informationen zu laufenden Schatzbewahrer-Projekten.

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