Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim: Alte Sorten erleben
Erleben Sie im Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim alte Getreide- und Kulturpflanzen hautnah. Entdecken, lernen, probieren: Das Ausflugsziel für Natur- und Nachhaltigkeitsfreunde!
- Biosphären-Getreidegarten: Geschichte und Bedeutung
- Vielfalt alter Getreidesorten
- Initiative zum Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen
- Erlebnis vor Ort: Tipps für Besuchende
Biosphären-Getreidegarten: Geschichte und Bedeutung
Erhalten, verstehen, erleben: Die Renaissance alter Kulturpflanzen
TL;DR: Im Biosphären-Getreidegarten werden alte regionale Getreidesorten bewahrt, angebaut und der Öffentlichkeit gezeigt. Das Projekt stärkt Biodiversität und bietet naturnahes Erlebnis direkt am Radweg in Saaldorf-Surheim.
Das Berchtesgadener Land ist bekannt für seine spektakuläre Naturlandschaft – und seine landwirtschaftlichen Schätze. Im Herbst 2018 begann hier eine besondere Reise: In Saaldorf-Surheim entstand der erste Biosphären-Getreidegarten Südostbayerns. In Kooperation mit lokalen Bio-Betrieben und unterstützt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wurde eine Fläche geschaffen, die einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leistet.
Der Garten ist ein Pionierprojekt. Er zeigt, wie Wissenschaft, praktische Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Besucher:innen erleben, wie historische Sorten, einst fast vergessen, eine neue Heimat finden und zur Keimzelle moderner Regionalprodukte werden. Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft und Kulturgeschichte verschmelzen hier zu einem erlebbaren Wissensraum.
Vielfalt alter Getreidesorten
Schätze der Vielfalt: Von Berchtesgadener Vogel bis Wildeinkorn
Zwölf Wintergetreide- und vier Sommergetreidesorten stehen in Saaldorf-Surheim im Mittelpunkt. Darunter der legendäre Berchtesgadener Vogel, Steiners Roter Tiroler und Alpine Begrannte. Auch Wildeinkorn, ein Urgetreide, wächst hier wieder. Bayerischer Mais und typische Ackerwildkräuter bereichern die Anbaufläche.
Diese Sorten galten als nahezu verschwunden. Ihr Saatgut lagert seit Jahren in Genbanken. Das Projekt „Erhaltung bayerischer, landwirtschaftlicher pflanzengenetischer Ressourcen“ ermöglichte die Rückkehr: Durch gezielte Zwischenvermehrung stand erstmals genügend Saatgut bereit, um den Getreidegarten großflächig zu bepflanzen.
Wurzeln der Sortenvielfalt
Die heutige Sortenvielfalt ist Ergebnis jahrhundertelanger regionaler Züchtung und Anpassung. „Alte“ Sorten sind robuster gegenüber wechselnden Wetterbedingungen. Sie erhalten die genetische Breite, die für die Zukunft der Landwirtschaft essenziell ist.
Mit dem praktischen Wiederanbau im Biosphären-Getreidegarten werden Samen und Wissen gesichert. Steckbriefe zu jeder Sorte geben vor Ort einen facettenreichen Einblick in Herkunft, Besonderheiten und Verwendung.
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Leselogik und Didaktik vor Ort
Die Präsentation vor Ort folgt einer klaren Struktur: Übersichtlich spezialisierte Infotafeln, anschauliche Steckbriefe und didaktisch aufbereitete Beschilderung ermöglichen auch Laien einen Zugang zum Thema Pflanzengenetik und Sortenvielfalt.
Der direkte Bezug zur Region wird durch anschauliche Beispiele und konkrete Verarbeitungsprodukte verstärkt. Führungen, Workshops und ein Rundweg machen den Besuch zu einem Erlebnis für alle Altersgruppen.
Initiative zum Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen
Schatzbewahrer-Initiativen: Regionales Engagement für Biodiversität
Mit dem Getreidegarten ist Saaldorf-Surheim Teil einer bayernweiten Bewegung. Schatzbewahrer-Initiativen sorgen dafür, dass Biodiversität sicht- und schmeckbar bleibt. Die Region trägt Verantwortung – und setzt Maßstäbe für andere Kommunen.
Ziel ist, eine dauerhafte Saatgut-Quelle für die Region zu etablieren. Landwirtinnen und Landwirte werden eingeladen, mitzumachen. Das Biosphären-Saatgut soll Felder und Produkte bereichern – mit dem Prädikat „historisch und regional“.
Beteiligte Landwirte und Verarbeiter werden fortlaufend gesucht. Die Attraktivität regionaler Sorten steigt, auch als Antwort auf Klimawandel und Konsumwandel.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Genetische Diversität in Kulturpflanzen gilt laut Stiftung Warentest und zahlreichen Simulationen aus der Pflanzenforschung als Schlüsselfaktor für nachhaltige Ernährung. Vielfalt im Anbau garantiert Widerstandsfähigkeit und Qualität. Für Verbraucher:innen eröffnet sie neue Geschmackswelten und Alternativen zu Massenprodukten.
Strukturierter Austausch
Die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Landwirtschaft und Verbrauchern ist zentrales Element des Projekts. Regelmäßige Treffen, Informationsaustausch und Kooperationen – darunter Workshops im Getreidegarten – sichern Wissenstransfer und langfristigen Erfolg.
Erlebnis vor Ort: Tipps für Besuchende
So besuchen Sie den Biosphären-Getreidegarten
Der Garten liegt direkt am beliebten Radweg gegenüber dem Bauhof der Gemeinde Saaldorf-Surheim (83416 Saaldorf Surheim). Die Anreise ist mit dem Rad besonders empfehlenswert. Parkmöglichkeiten gibt es am Bauhof. Der Zugang ist barrierefrei und der Eintritt stets kostenlos.
Vor Ort finden sich ausführliche Steckbriefe zu allen angebauten Sorten. Besucher:innen können den Garten bei einem Spaziergang oder einer Rast auf der Radtour entdecken. Gruppenführungen werden saisonal angeboten. Handouts, Infomaterial und saisonale Workshops runden das Angebot ab.

Fazit, Ausblick und Entwicklunge
Der Biosphären-Getreidegarten Saaldorf-Surheim ist ein einzigartiges Bildungs-, Genuss- und Freizeitangebot. Er zeigt, dass Naturschutz, Biodiversität und Genuss im Alltag erfahrbar werden können – und dass Regionalität kein Trend, sondern Zukunft ist.
Checkliste für die Praxis
- Anreise mit dem Rad oder Auto zum Bauhof empfehlenswert
- Feste Schuhe & wetterfeste Kleidung mitnehmen
- Infotafeln und Steckbriefe vor Ort unbedingt nutzen
- Auf saisonale Führungsangebote achten
Weitere Infos & Planungstipps
Das Besucherzentrum der Biosphärenregion Berchtesgadener Land bietet weiteres Informationsmaterial und gibt aktuelle Hinweise zu Veranstaltungsterminen. Kontakt: info@brbgl.de, Tel. +49 8654 30946-10, www.biosphaerenregion-bgl.de
Interessiert an weiteren nachhaltigen Ausflugszielen oder möchten Sie selbst aktiv werden? Das Team der Biosphärenregion gibt gerne Tipps und Informationen zu laufenden Schatzbewahrer-Projekten.
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